33 Jahre Wirtshausgeschichte im Spitalgarten neigen sich dem Ende: Eleonore Männer geht in den verdienten Ruhestand

Im Spitalgarten endet eine kleine Ära. Mit Ablauf des Jahres geht Eleonore Männer nach 33 Jahren in den verdienten Ruhestand. Seit 1982 führen die Wirtsleute Männer nun die Traditionsgaststätte und prägten einen der schönsten Biergärten Bayerns. Eine ganze Generation kann von „da Wirtin“ erzählen. „Die gesamte Familie Männer gilt mittlerweile als echte Institution“, erklärt Spitalmeister Willibald Koller.

Das Beispiel von Eleonore Männer zeigt: Wirt und Wirtin kann man nicht nur lernen, das hat man im Blut. Die Gaststätte wuchs unter ihrer Leitung zu einem kleinen Unternehmen heran, das auch große Feste und Veranstaltungen problemlos schultern konnte. „Ins Spital“ ist außerdem Einheimischen und sehr schnell auch Gästen der Domstadt ein Begriff. Gleichzeitig war Eleonore Männer auch immer Ansprechpartnerin für die zahlreichen kleinen und großen Problemchen rundrum. „D´Wirtin“ kennt alle Stammgäste mit Namen und auch die meisten Lebensgeschichten dahinter. Aus rein privaten und gesundheitlichen Gründen haben sich auch Claus und Elisabeth Männer dazu entschlossen, einen Umbruch zu wagen und ebenfalls das Zepter niederzulegen.

Familie Männer könnte wohl zig Bücher mit Erlebtem zu Gästen und Begebenheiten füllen. Seien es die regelrecht zum Kult gewordenen Maibockanstiche, der Neubau des Katharinensaals mit den zahlreichen Veranstaltungen, der Umbau der Kegelbahn, zahlreiche Hochwasser oder auch die Sanierung der Steinernen Brücke. Und natürlich, dass aus dem Sommerbiergarten zur Weihnachtszeit ein heimeliger Adventsmarkt im Winter geworden ist. Der Spitalrat musste die Entscheidung der Familie Männer schweren Herzens akzeptieren. „Das ist definitiv ein Einschnitt. Aber so leid es uns tut – nach 33 Jahren Leben nicht nur mit, sondern regelrecht für die Gaststätte hat unsere Wirtin nun Zeit für sich und ihren Mann mehr als verdient“.

Zudem steht auch in den nächsten Jahren gleich ein weiteres Großprojekt an: Die Komplettsanierung von Küche und Gastraum. Es wird demnach einen doppelten Neuanfang im Spitalgarten geben: personell und räumlich. Willibald Koller und die Spitalstiftung planen nun zwar, die Sanierung wie angedacht durchzuführen, „ohne starke Partner vor Ort, die auch in den kritischsten Situationen Ruhe bewahren, wie Frau Männer das getan hat, wird es aber einen großen Tick schwerer - zumal Familie Männer auch bei den Planungen aktiv beteiligt war“, ist sich der Spitalmeister sicher. „Gerne hätten wir Familie Männer hier an unserer Seite gehabt.“ Beide Seiten, die St. Spitalstiftung wie auch Familie Männer betonen eindringlich, dass immer ein vertrauensvolles Verhältnis bestanden hat und auch Bestand haben wird. Die treuen Gäste wie auch die vielen alt eingesessenen Stammtische sollen aber in der Zwischenzeit nicht heimatlos werden. Es ist geplant, im Januar den Betrieb nahtlos fortzuführen.

Die St. Katharinenspitalstiftung wird es jedoch bei der Suche nach einer Nachfolge nicht leicht haben und es sich auch nicht leicht machen. Familie Männer hinterlässt enorm große Fußspuren. Denn es ist äußerst selten geworden, dass Gaststätten so sehr mit den Wirtsleuten verbunden werden, wie Familie Männer mit dem Spitalgarten.

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